I Am Kloot gründen
sich dort, wo Musiker sich gerne und oft aufhalten: zwischen Tresen
und Bühne. Bandleader John Bramwell arbeitet 1999 im Manchester Club
Night&Day Café als Booker und trifft dort auf die beiden Musiker Pete
Jobson (Bass) und Andy Hargreaves (Drums), die genau wie er eine ordentliche
Geschichte in den verschiedensten Bands vorweisen können. Schnell rekrutiert
Bramwell die zwei als Mitglieder seiner neuen Band mit dem Namen I Am
Kloot.
Den ersten Gig hat das Trio im Sommer 1999 im besagten Café. Schon eine Woche später erscheint ihre erste Single "To You/Titanic" auf dem Manchester-Label Ugly Man Records. Der reduzierte Sound der Band um Bramwells Akustik-Gitarre und seiner festen Stimme, dem dunklen Bass von Jobson und dem jazzigen, mit Besen gestreichelten Schlagzeug von Hargreaves findet schnell seine Fans in England. Eine zweite Single mit dem späteren Überhit "Twist", dessen Zeile "There's blood on your legs – I love you" so etwas wie das Erkennungszeichen der Band wird, erscheint kurz darauf.
Das Wall Of Sound-Sublabel
We Love You Records veröffentlicht 2001 endlich das langersehnte Debüt
der Indie-Typen vom Tresen. Produziert von Elbows Guy Garvey wird "Natural
History" mitsamt seinen todtraurigen Liebeshymnen sowohl von Presse
als auch von der Käuferschicht begeistert aufgenommen. Die Platte trifft
mit ihrem ruhigen Sound den Nerv der Zeit und avanciert zusammen mit
den Scheiben von ähnlichen Akustik-Bands wie den Kings of Convenience
oder den Turin Brakes zum neuen Quiet Is The New Loud-Hyp. Nach einer
kurzen Pause unterschreiben I Am Kloot 2002 bei Echo Records und veröffentlichen
ein Jahr später ihr zweites,
selbstbetiteltes Album. Die Songs sind zwar immer noch düster und traurig, die
Kritiker und Fans streiten sich aber aufgrund
des aufgefahrenen Bombastes darüber ob dies überhaupt zum Sound von I Am Kloot
passt oder ob das einfach nur eine logische
Weiterentwicklung ist. Zu einem Ergebnis kommen sie nicht, den Erfolg des Debüts
können sie jedenfalls nicht wiederholen.
Auch auf ihrem dritten Album "Gods And Monsters" nimmt die Band sich nicht zurück.
Viele Stücke klingen 2005 offensiv und
druckvoll. I Am Kloot nehmen ihr drittes Werk gemeinsam mit Produzent Joe Robinson
in den Moolah Rouge-Studios in Stockport
auf. Die Band nutzt mehr Instrumente, als je zuvor, gibt jedoch zu Protokoll, dass
in keinem Moment mehr als vier auf
einmal zu hören seien.
In Eigenregie bringen sie im Spätherbst 2005 die Single "Maybe I Should" heraus, und im Frühjahr 2006 gibt es per Download mit
"Only Role In Town" ein neues Lebenszeichen. Die Band begibt sich im Herbst wiederum ins Studio, um den Nachfolger von
"Gods And Monsters" einzuspielen, der Anfang 2007 erscheinen soll. Um die hungrigen Fans nicht allzu lange warten zu lassen,
kompilieren sie auf "BBC Radio 1 John Peel Sessions" die Aufnahmen aus zwei Sessions auf Einladung des 2004 verstorbenen
Radio-DJs. Auf dem Album finden sich mehr oder weniger bekannte Stücke der Band in sehr minimalistischen Versionen.
Das vierte Studioalbum erscheint schließlich 2008 und trägt den Titel "Play Moolah Rouge". Der Titel bezieht auf das vor
den Toren Manchesters liegenden Moolah Rouge Studio, in welchem das Trio die Platte bewusst binnen weniger Tage eingespielt
hat: "Mit der strikten Vorgabe wollten wir herausfinden, ob wir die Energie unserer Konzerte auch auf Platte übertragen können",
erklärt John. "Das Besondere war, das wir uns um alles selbst gekümmert haben: das Konzept, die Finanzierung und die Beschaffung
des Equipments."
Entstanden sind zehn vorwiegend melancholisch-melodische Songs, die ohne die pompöse Produktion des Vorgängers auskommen
und an die Unmittelbarkeit des Erstlings anknüpfen.
Zur Zeit arbeiten I Am Kloot an einem neuen Album.
Quelle und Copyright: Mit freundlicher Genehmigung von laut.de